Masuren, Danzig

Kurz hinter der Grenze nach Polen fahren wir in Richtung Zlott, einem winzigen Ort, mitten im Wald. Dort wohnt Jo mit seiner Daruta. Mittlerweile sind schon 6 Jahre vergangen, dass er dorthin ausgewandert ist. Der Liebe und seiner Leidenschaft für die Jagd folgend. 
Leider konnten wir ihn nicht überraschen, da der Waldfunk ITZ schon geplaudert hatte. 
Viele Kilometer ging es durch den Wald. Dann sahen wir das Jagdhaus.
Wir kamen gerade rechtzeitig als Jo einen ausgewachsenen Hasen für uns erlegte.
.....den die gute Daruta dann lecker zubereitete. Leider wollte sie sich nicht fotografieren lassen.
Den beiden geht es sehr gut in Polen und sie lassen herzlich DatI grüßen!


Masuren

Weiter geht es in Richtung Masurische Seenplatte, in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Masuren, im Nordosten Polens, wird auch das "Land der tausend Seen", oder die grüne Lunge Europas genannt. Die Masurische Seenplatte umfasst mehr als 3.000 Seen; im Vergleich dazu: Finnische Seenplatte 42.200 / Mecklemburgische Seeplatte ca. 2.700.
Dieser Landstrich genießt sicher einen geheimnisvollen Ruf, dem er in einigen Regionen, abseits des wachsenden Tourismus, auch gerecht wird. Dies vor allem dort, wo die klaren Gewässer, das Schilfdickicht und die Bäume in die Stille einladen.



Kirche in Jeze (Gehsen), Kirche in Pisz (Johannisburg).
In einer der beiden Kirchen haben Bernd's Großeltern vor rd. 100 Jahren geheiratet. Wir werden die Frage noch endgültig lösen.


Reich geschmückter Schrein am Ortseingang. Ein regelmäßiges Bild unterwegs.

-Rezeption
-In Talty, direkt am See, fanden wir einen sehr schönen Stellplatz direkt am Ufer. 
-Viele Seen sind mit alten Kanälen miteinander verbunden.
-5 Uhr am Morgen

Morgen geht es weiter nach Warschau.

28.08.2016. Nein, doch nicht nach Warschau, obwohl es sicherlich sehr spannungsreich gewesen wäre. Wir haben unser Plan geändert. Von Warschau aus sollte es weiter in das Tatra-Gebirge gehen. Leider ist die Wetterprognose  für die Tatra nicht gut. Deshalb wählen wir die Route Danzig und .... dann mal schauen.

Heute sind wir noch in Masuren herumgekreist.
In dieser Fischräucherei, direkt am See, ist uns "Karl der Aal" in die Hände gefallen. Seeeehr lecker.....

MUTIGE MENSCHEN


ELVIRA
Jetzt ist es mal an der Zeit unser Haustier, wir haben sie Elvira getauft, vorzustellen. Sie hat uns von Zuhause bis jetzt treu begleitet. Immer wieder spinnt sie fleißig neue Netze wenn sie einmalzerstört wurden. Im Außenrahmen der Wohnkabine hat sie sich eingerichtet. Vorm Großreinemachen werden wir sie im Garten aussetzen.


Marienburg in Malbork

Mitten im  Weichselschwemmland, am östlichen Ufer der Nogat, liegt die berühmte gotische Marienburg. Sie gilt als größter Backsteinbau Europas.
1270 starteten die Kreuzritter den Bau der nach den Bauherren, den Brüdern vom Deutschen Haus St. Marien, benannten Burg.
Die Marienburg entwickelte sich zur Machtzentrale des Deutschen Ordens.
Seit 1997 gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Absolut sehenswert!!


Vor den Toren Danzigs fanden wir wieder einen guten Stellplatz. Von hier aus ging es mit der Tram in 20 Minuten ins Zentrum
Rezeption und Strand am Campingplatz

Danzig



Danzig ist die Hauptstadt der Wojewodschaft Pommern und wichtigstes Zentrum im Nordosten Polens. Sie ist im 10. Jahrhundert an der Mündung der Weichsel in die Ostsee entstanden.
Die Stadt ist die "Wiege der Solidarität", der freien Gewerkschaft Solidarność, die den Sturz der sozialistischen Regierung herbeiführte.
Im goldenen Zeitalter entstanden prunkvolle Patrizierhäuser.
Mit den Städten Sopot und Gdynia bildet sie die DREISTADT an der Westseite der Danziger Bucht.
Langer Markt

Neptun-Brunnen vor dem Goldenen Haus

-Philharmonie
-Riesenrad
-Marienkirche
-Krantor
Kunst am Wegesrand



Und nicht vergessen, Danziger ...-..-


Europäisches Zentrum der Solidarność
Bereits 1976 hatte es in Polen einen Volksaufstand (Regierungsvorlage zu Preissteigerungen von Lebensmitteln) gegeben, der mit brutaler Härte der Ordnungskräfte niedergekämpft wurde. Dies war ein wichtiger erster Schritt gegen das Sowjetregime. 
1980 entstand erneut, ausgelöst ebenfalls durch Preiserhöhungen, eine große Streikwelle, die das gesamte Land erfasste.
Die Arbeiter der Danziger Lenin-Werft schrieben dabei Weltgeschichte: Sie setzen die Bildung einer freien Gewerkschaft in einem Ostblockstaat durch und ließen sich auch durch die Verhängung des Kriegsrechts 1981 nicht einschüchtern. Damit ebneten Sie den Weg für ein freies Polen.

Das Zentrum Solidarność, von der Gewerkschaft und dem polnischen Kulturministerium initiiert, beherbergt das Museum der Gewerkschaft, ihr Zentralarchiv, eine Multimedia Bibliothek sowie ein Bildungszentrum.
Der Komplex besteht aus neugestalteten und auch historischen Elementen.
Unglaublich viele Exponate, teilweise mit modernster Technik unterstützt, lassen eine sehr emotionale Stimmung entstehen und das Eintauchen in die damalige Zeit zu.
Gleichzeitig wird ein Bogen zu den politischen Ereignisse in anderen Städten / Ländern Europas geschlagen (z. B. Berlin 1953 und 1961, Budapest 1956, Prag 1968). Das Projekt wurde durch die EU mit ca. 50 Millionen Euro unterstützt.

Unbedingt anschauen.

Eingang zur Werft

-Denkmal für die getöteten Werftarbeiter von 1970
-Europäisches Solidarność-Zentrum




Polen, unsere Erfahrung

Polen ist, nach Quadratkilometern und Einwohnern, dass sechstgrößte Land der Europäischen Union. Die Hauptstadt Warschau haben wir nicht besucht, das haben wir uns für eine separate Reise aufgehoben.
Nach unserem Eindruck hat das Land sicher noch sehr mit sich selbst zu tun. Die Infrastruktur verändert sich, aber der Prozess scheint doch sehr schwierig. Mancherorts fühlt man sich noch deutlich in die Vergangenheit versetzt.
Polen, als Urlaubsland, ist sicher interessant und die Masurischen Seen sind in bestimmten Regionen wunderschön. Unsere Aussage für die baltischen Länder gilt auch, wenn man Polen einschließt:
Estland hat, wegen der Landschaft und der Art der Menschen, den nachhaltigsten Eindruck bei uns hinterlassen.