In die Einsamkeit der Wüste

Langsam fahren wir durch den kleinen Ort Taouz. Die holprige, staubige Straße endet hier. Von diesem Startpunkt ausgehend, wollen wir uns ein Stück auf unbefestigten Wegen in die Wüste wagen. 
Ein Mann auf einem Motorrad kreuzt unseren Weg und hält uns an.
Er hat wahrscheinlich “geahnt“ was wir vorhaben. Er nimmt uns mit in sein Haus und lädt uns zu einem leckeren, süßen Minztee ein.
Mohammed war Nomade und macht seit nunmehr ca. 20 Jahren Führungen in Marokko / Wüste. Er hat auch schon erfahrene Marokkoreisende (AutorInnen Därr und Kohlbach) geführt. Wir haben gleich ein sehr gutes Gefühl, was Kompetenz und Verlässlichkeit betrifft.

Lange Rede, kurzer Sinn. Mohammed Ouattou wird uns 2 Tage durch das Wüstengebiet zwischen Taouz und Zagora führen. Wir besprechen die Route, die uns auch nahe an die algerische Grenze führen wird, und wo wir übernachten werden. Es wird noch Fladenbrot beschafft und dann geht es 
LOOOOOOS.....    

Ziemlich schnell wird uns klar, dass wir ohne ihn nicht weit gekommen wären, da wir noch total unerfahrene “Wüstenfüchse“ sind (diese Leben übrigens in den Sandwüsten Nordafrikas). Die Pisten verzweigen sich in verschiedene Richtungen. Manchmal ist gar keine Spur zu sehen. Mohammed fährt uns zielsicher voraus. 
Petroglyphen auf Steinplatten in der Nähe des großen Tumulus (Steingrabhügel).
Die Entstehung der Felsbilder ist nicht genau definiert (2.000 - 6.000 Jahre alt).
Mittagsrast / Mohammed erklärt den “Outdoor-Backofen“ für Fladenbrot.
Wind kommt auf.
Der Wind nimmt stetig zu, wird zu einem kleinen Sandsturm und nimmt uns zunehmend die Sicht. Eigentlich wollten wir noch einige Kilometer weiterkommen. Mohammed schlägt vor, die Fahrt zu unterbrechen und in einer anderen Herberge ungeplant zu übernachten.
In Hammi’s Auberge finden wir herzliche Aufnahme. Wir stellen uns in den Innenhof, dort ist es etwas windgeschützt. Zur Begrüßung gibt es natürlich Minztee. Später wird noch gekocht (u.a. Tajine mit Hühnchen). Die Gastfreundschaft und Zugewandheit der Menschen ist bemerkenswert. Wir fühlen uns überall wohl und sicher.
Die Gepräche bis in den Abend lassen uns sehr viel über das Leben in Marokko, speziell über das besonders herausfordernde Leben im Wüstengebiet erfahren. Der Abend wird uns unvergessen bleiben.
Früh am Morgen starten wir bei bestem Wetter.
Links ist die Auberge zu sehen. Rechts Mohammed und Hammi.


Auf dieser wunderschönen kleinen Düne machen wir Halt. Noch nicht ahnend was später kommt....
.....aber nun haben wir das auch mal erlebt und gemeistert. Außerdem hat Mohammed dann auch noch einen kleinen Schaden am Motorrad....wir können aber noch weiterfahren.




Hier bekommt Mohammed für den gerissenen Bowdenzug seiner Kupplung Ersatz.

Dann trennen sich unsere Wege...schnell noch ein Selfie.
Mohammed ist ein erfahrener Führer und wir würden uns ihm jederzeit wieder anvertrauen.
Für uns geht es weiter in Richtung Zagora. Hier machen wir es uns erst einmal gemütlich und verdauen unsere Exkursion.