Marrakesch

Noch liegen ca. 200 km vor uns. Wir müssen den Tizi-n-Tichka, den 2260 m hohen Gebirgspass im Hohen Atlas überqueren. Viele Kilometer quälen wir uns durch Staub, Schlaglöcher, halsbrecherische Baustellen und andere Unwegsamkeiten.
Schöne Landschaften ziehen an uns vorbei.....
.......und immer wieder kommen uns äußerst ungewöhnliche Viehtransporter entgegen.


Marrakesch

Wir waren uns nicht sicher, ob wir Marrakesch auf dieser Reise sehen wollen. Wir haben uns dafür entschieden, gut so.
Gegründet 1081, wird die frühere Hauptstadt Marokkos auch “Rote Stadt“ (rote Stadtmauer), “Ockerstadt“, oder “Perle des Südens“ genannt.
Marrakesch liegt im Westen des Landes und hat ca. 930.000 Einwohner.
Die Medina, dicht bebaut und von Mauern umgeben, ist die mittelalterliche Altstadt aus der Berberzeit. Auch hier werden auf den Souks traditionelle Kleidung, Produkte aus den Töpfereien und dem Schmuckhandwerks angeboten. Heboristen sind natürlich ebenfalls vertreten.
Wir sind ohne Führer unterwegs, da wir einerseits Erfahrungen gesammelt haben, anderseits die Möglichkeiten des Verlaufens in der Medina Marrakeschs nicht sehr groß sind.
Marrakesch ist im Vergleich zu Fès dynamischer, lauter und “mondäner“. Fès im Gegensatz dazu hat mehr orientalischen Charme, Einfachheit und strahlt etwas Mystisches aus, ist unserer Meinung nach einfach authentischer. Marrakesch ist heute ein wichtiges Wirtschaftszentrum mit vielen Moscheen, Palästen und Gärten. Es ist wohl sehr richtig formuliert, wenn man sagt:
In Marrakesch trifft Tradition auf Moderne. Die Ernennung zur ersten Kultur-Hauptstadt Afrikas in 2020 wird dem nur gerecht.
Die Koutoubia-Moschee stammt aus dem 12. Jahrhundert. Ihr alles überragende maurisches Minarett ist kilometerweit zu sehen und deshalb auch Symbol der Stadt.

JEMAA EL FNA (Weltkulturerbe seit 2001)
Der “Platz der Toten“ ist wohl eine der größten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der winklige Platz hat Seitenlängen von ca. 200 Metern. Früher Gerichtsplatz, hier wurden auch die Köpfe der Hingerichteten dem Volk gezeigt, ist dieser Platz heute touristischer Magnet. Eingerahmt von den üblichen Restaurants, Cafés, und Souveniers, ist aber die wirkliche Attraktion das Treiben auf dem Platz selbst. Während am Morgen noch relative Ruhe herrscht, füllt sich der Platz am späteren Nachmittag mit Akrobaten, Gauklern, Schlangenbeschwörern, Hennatätowiererinnen, Erzählern, Wunderdoktoren und und und .....
Für das leibliche Wohl, sprich Essen und Trinken (natürlich alkoholfrei), werden ebenfalls vielvältige Produkte angeboten.

Das wohl schönste und älteste Tor der Stadtmauer: Bab Agnaou

Medina in vollem Tempo!
Während in Fès gelegentlich ein Esel oder Handkarren gesichtet wurde, flitzen in Marrakesch noch Motorräder in flottem Tempo durch die belebten und teilweise engen Gassen hautnah an uns vorüber. Überhaupt ist der Verkehr in und um die Medina, ja in der ganzen Stadt, besonders quirlig und in unseren Augen „lebensgefährlich“. Uns bleibt nichts anderes übrig als uns dem munteren Treiben anzupassen und einfach mitzuschwimmen. 
Was die von uns eingeatmeten Abgase betrifft, sind wir nun mindestens 10 Jahre dem deutschen Durchschnitt voraus;)


ANSICHTEN


In der Medina besuchen wir zwei bemerkenswerte und sehr bewegende Fotogafieausstellungen.
Maison de la Photographie (untere Reihe)
Das Fotomuseum lädt, mit wechselnden Ausstellungen, zu einer Zeitreise in die Vergangenheit Marokkos ein. Dabei werden teilweise Schätze aus der fotografischen Pionierzeit ausgegraben. “Wie sah es in Marokko vor hundert Jahren aus? Wie lebte man Ende des 19. Jahrhundertd in Marokko?“



Marktplatz im Dunst der rauchenden Tajinen.
Blick über Marrakesch
König Mohammed VI.
Im Hintergrund der Stadt die schneebedeckten Berge des Hohen Atlas, unser nächstes Ziel.